„Wassertanks für 100 Bauern“

Internationales Projekt des Rotary-Club Solothurn

2008/2011

 

 

Wieder einmal hat sich unser Club an ein „Matching Grant – Projekt“ gewagt. Die Verantwortlichen haben Vorarbeit geleistet, ein geeignetes Projekt auf die Beine gestellt, einen kompetenten Kenner in Sachen Projektleitung und Durchführung gefunden, haben Gespräche mit MG Verantwortlichen und Governors geführt, haben einen interessierten RC vor Ort , zwecks Mitarbeit, engagieren können, haben sich durch eine mehrseitige Infobroschüre über die Bedingungen für MG Projekte gekämpft, haben das Projekt ausführlich beschrieben und ins Englische übersetzt. Der Distrikt hat das Projekt sehr gut aufgenommen, sofort unterstützt und uns empfohlen das Gesuch nach Evanston zu senden.

Leider hat uns danach die weltweite Finanzkrise einen Riegel vorgeschoben. RI hat bis auf weiteres sämtliche MG Projekte sistiert.

Da unser Projekt aber schon so weit abgewickelt ist und eigentlich ab sofort zum Einsatz bereit steht hat die Mitgliederversammlung unseres Clubs im Juni 2009 einstimmig das OK zum Start gegeben und ist nun bereit – auch ohne Unterstützung aus Evanston – mit Fr. 50`000 (auf zwei Jahre verteilt)  das Projekt zu unterstützen. Die Projektleitung hat sich, als Gegenleistung, bereit erklärt die Fr. 35`000 die aus RI und Distrikt dazugekommen wären durch Sponsorengelder zu decken.

Nun steht die nächste Regenzeit in Kenia vor der Tür und wir werden die ersten Tanks zur Speicherung des Regenwassers abgeben können.

 

 

Zum Projekt

Seit 2007 koordiniert und leitet die Faraja Stiftung in Nairobi verschiedene Projekte. Unter anderem auch eine Ausbildungsfarm im Gebiet südwestlich von Nairobi im Lande der Massai. In der Zwischenzeit wachsen in diesem trockenen Gebiet der roten Erde Mais, Tomaten, Bohnen, Mangold, Chilli, Aloe und Jatropha. Die ansässigen Bauern ernten und kaufen das Gemüse und die Früchte und verkaufen diese wiederum an weiter entfernt gelegenen Märkten.

Das Interesse der vielen lokalen Kleinbauern an anderen und vielleicht wirkungsvolleren Anbaumethoden ist gross und die Aus- und Fortbildungskurse der Farmleitung sind immer ausgebucht.

Unser Projekt will nun 100 Bauern in dieser Gegend einen Regenwasser-Sammeltank finanzieren und sie mit den neuen Methoden der Landbewässerung vertraut machen damit sie Gemüse und Früchte selber anbauen, bewirten und verkaufen können.

 

Wir haben regelmässig Kontakt mit den Koordinatoren vor Ort und besuchen die Farm auch mindestens einmal im Jahr. Letzter Besuch im Mai 2009. Zudem wird unser Leiter des Projektes halbjährlich dem Club Bericht erstatten.

 

 

 

Im August 2009                                                                              Antoinette Schmid-Blösch

 

 

 

 

 

Legen der neuen Wasserleitungen und Ansaat

Es grünt in der kargen Landschaft dank Wasser

Gut besuchte Fortbildung

Wir besuchen die Kleinbäuerin "Mama".  Sie hat bereits 
einen Ausbildungskurs besucht und interessiert nun sehr für einen 
Wasserspeichertank.

 

 

 

„Wassertanks für 100 Bauern“

Internationales Projekt des Rotary-Club Solothurn

Phase 2

2009/2010

 

 

Unser Projekt ist im Sommer 2009 gut gestartet. Unter der Leitung des Koordinators vor Ort und CEO der Stiftung Faraja, wurden südlich von Nairobi, einem Gebiet von etwa 1800 qkm mit cirka 70000 Einwohnern, bis heute 40 Wassertanks mit 10`000 Liter Fassungsvermögen gebaut.

 

Anfänglich wollten wir Plastiktanks aufstellen. Doch dann liessen wir die Tanks von einheimischen Handwerkern mit einheimischem Material bauen.  Auf diese Weise wurde lokales Handwerk unterstützt und gleichzeitig Baumaterial der Gegend benutzt welches bestimmt  auch besser in die Landschaft passt.

Die landwirtschaftliche Schule von Faraja hat auf der eigenen Ausbildungsfarm ein kontinuierlich aufbauendes Programm für die interessierten Bauern der Umgebung durchgeführt. Interessierte und auserwählte Bauern erhielten einen Tank. Es waren vornehmlich Massai-Frauen, die sich darum bemüht haben.

Die Kursthemen befassten sich mit Gartenbau, Ackerbau und Tierhaltung.

Auf grosses Interesse stiessen vor allem:

° Ackerbebauung – und allgemeine Information über Bodenbeschaffenheit und                         Bodenfruchtbarkeit

° Neue technische Mittel

° Nährstoffe und Nachhaltigkeit im Boden (Kompostierung – Mulchen)

° Legen von Wasserleitungen

 

Den Bauern wurde zudem empfohlen, junge Leute zu beschäftigen nicht nur um deren Interesse zu wecken, sondern auch um die Nachhaltigkeit des Landwirtschaftbetriebes zu gewährleisten. Auch der Austausch untereinander soll gefördert werden. Dies jedoch wird bereits schon rege genutzt.

 

Die verfrüht eingesetzten Regenfälle  in diesem Sommer haben zu einem kurzen Unterbruch im Aufstellen der Wassertanks geführt – die letzten 10 von 50 Tanks sollen aber noch im August gebaut werden. Somit wird diese Phase fristgerecht und mit viel Freude und Anerkennung vollendet werden.

 

Der abtretende CEO von Faraja, Fabian Waldmeier, hat unseren Club in diesem Frühling ausführlich über das Fortschreiten des Projektes informiert. Auch Rot. Urs Böhlen erzählte uns im Juli darüber.

Hiermit möchte ich all jenen die sich bis jetzt mit Leib und Seele, Freude und Engagement an diesem Projekt beteiligt haben ganz herzlich danken.

Aber auch allen Clubmitgliedern die hinter unserem Projekt stehen und in diesem Rotary-Jahr wiederum Fr. 25`000 dafür spenden werden. Ich freue mich auf die Vollendung unseres Projektes.

 

 

Im August 2010                                                                              Antoinette Schmid-Blösch

 

 

Aufbau eines Wassertanks mit Regenrinne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Aufschrift auf der Tankplakette lautet: „Tank Nr. 15 / Built by Faraja Trust / Supported by Rotary / Date: 22/2/2010“

 

 

 

 

 

„Wassertanks für 100 Bauern“

Internationales Projekt des Rotary-Club Solothurn

Abschluss-Phase

2010/2011

 Nun stehen auch noch die letzten der 100 Wassertanks bei den dafür auserwählten Kleinbäuerinnen in Isenya (Kenia). Diese Tanks konnten gerade noch unter der Führung von Fabian Waldmeier fertig gestellt  werden. Wie ich bereits im letzten Bericht erwähnt habe wird Fabian die Stiftung „faraja“ verlassen und wieder in die Schweiz zurückkehren. Sein Nachfolger ist bereits schon im Amt.

 

 Im Herbst letzten Jahres hielt Fabian in unserem Club die Schlusspräsentation. Daraus möchte ich nun einige erwähnenswerte Tatsachen ansprechen:

 •          Erfolgreicher Projektverlauf Dank aktivem Einsatz der Projektzielgruppen.

 •          Die Wassertanks sind sehr hilfreich für die Haushalte und insbesondere für die Frauen.

 •          Projektteilnehmerinnen haben erfolgreich landwirtschaftliche Praktiken adoptiert.

 •          Durch das Projekt wurde die Trinkwasserversorgung und die Ernährungssicherheit in der Isenya Division verbessert.

 •          Die gesellschaftliche Unabhängigkeit der Frauen wurde gestärkt.

 •          Der Bau der Wassertanks durch lokale Handwerker hat deren Einkommen verbessert.

 •          Die erhöhte landwirtschaftliche Tätigkeit in der Isenya Division führte zu höherer Erwerbsquote und landwirtschaftlicher Aktivität.  Aus dem ehemals kleinen Nest, mitten in der offenen Savanne, ist ein lebhaftes Zentrum landwirtschaftlicher Aktivität geworden.

 

 Zu guter Letzt konnte auch noch ein Projektüberschuss von ca. 20% verzeichnet werden. Begründet durch den besseren Wechselkurs, die Kosteneinsparungen beim Bau der Wassertanks sowie Traktoreinsatz  und Ausbildungskosten zu reduzierten Preisen. Kosten der Projektkoordination und allgemeine Administrationskosten sind nie in Rechnung gestellt worden.

 Nach eingehender Diskussion mit allen am Projekt beteiligten Personen wird der Projektüberschuss nun folgendermassen verwendet:

 •          Weitere Begleitung der Bäuerinnen durch „faraja“-Personal

 •          Weiterführende Ausbildungen

 •          Vergabe von Start-up Support, z.B. im Bereich Bienen- oder Viehzucht

 

  Das Wasserprojekt ist nun abgeschlossen.

 

 Für Rot. Urs Böhlen, die tragende Person des Projektes,  für Fabian Waldmeier als  Geschäftsführer und für mich als Leiterin des Gemeindienstes unseres Clubs, war es eine intensive und sehr bereichernde  Aufgabe. Wir haben viele und herzliche Bekanntschaften machen können. Die erste Begegnung mit den Bäuerinnen vor Ort im Jahre 2008 brachte die definitive Überzeugung, dass unser Projekt von den  Interessenten mit gutem Wille und persönlichem Engagement getragen sein wird. Das Resultat hat dies nun bewiesen.

 Zum Schluss möchte ich mich nochmals bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken, vor allem bei unseren Clubmitgliedern und bei „Power for People“, die mithalfen das Projekt zu realisieren.

  

 Im Dezember 2011                                           Antoinette Schmid-Blösch